von Carola Kochner
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Nachverdichtung gewinnt im Wohnungsbau zunehmend an Bedeutung, da Bauflächen knapp werden und der Bedarf an Wohnraum steigt. Statt neue Flächen zu erschließen, werden bestehende Gebäude erweitert – zum Beispiel durch Aufstockung.
Ein Ansatz sind kompakte Wohnmodule, die im Werk vorgefertigt und auf vorhandene Strukturen wie Garagen gesetzt werden. So entsteht neuer Wohnraum schnell, effizient und ohne zusätzliche Flächenversiegelung.
Diese Bauweise ist nicht nur wirtschaftlich interessant, sondern auch nachhaltig, da vorhandene Infrastruktur genutzt wird. Nachverdichtung gilt daher als wichtiger Baustein für die Zukunft des Bauens.
Nachverdichtung im Wohnungsbau: Wie kompakte Häuser neuen Wohnraum schaffen
Um was geht es in diesem Beitrag?
Wohnraum wird in vielen Regionen zunehmend knapp. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an nachhaltiges Bauen und den sparsamen Umgang mit Flächen. Neue Baugebiete lassen sich oft nur noch begrenzt erschließen – umso wichtiger werden alternative Lösungen.
Eine davon ist die Nachverdichtung: Statt neue Flächen zu versiegeln, wird vorhandener Raum effizienter genutzt. Besonders kompakte Wohnformen und modulare Bauweisen eröffnen hier neue Möglichkeiten.
Ein Beispiel dafür sind Minihäuser mit ca. 40-50 qm in Modulbauweise, die auf bestehende Gebäude aufgesetzt werden und so zusätzlichen Wohnraum schaffen.
Warum wird Nachverdichtung immer wichtiger?
Die Rahmenbedingungen im Bau verändern sich deutlich:
- Grundstücke werden knapper
- Baukosten steigen
- nachhaltiges Bauen gewinnt an Bedeutung
Gleichzeitig wächst der Bedarf an Wohnraum, insbesondere in Städten.
Nachverdichtung setzt genau hier an. Sie ermöglicht es, bestehende Flächen besser zu nutzen, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln.
Mehr zu Nachverdichtung beim Hausbau: „Bauen im Bestand“
Wie können kompakte Häuser zur Lösung beitragen?
Kompakte Häuser und Minihäuser bieten eine Möglichkeit, Wohnraum effizient zu schaffen. Trotz kleiner Fläche können sie alle wichtigen Funktionen eines Hauses erfüllen.
Ein Tiny House mit rund 40 Quadratmetern kann beispielsweise:
- Wohnbereich
- Küche
- Schlafzimmer
- Badezimmer
auf begrenztem Raum vereinen.
Entscheidend ist dabei die Planung: Durchdachte Grundrisse und integrierte Lösungen sorgen dafür, dass der verfügbare Raum optimal genutzt wird.
Praxisbeispiel: Nachverdichtung durch Modulhäuser auf bestehenden Garagen
Wie Nachverdichtung konkret umgesetzt werden kann, zeigt ein Projekt von SchwörerHaus in Reutlingen.
Hier wurden mehrere kompakte Wohnmodule auf bestehende Garagen aufgesetzt. Die Häuser wurden im Werk vorgefertigt und anschließend per Kran auf die vorhandene Struktur montiert.
So entstand zusätzlicher Wohnraum, ohne neue Flächen zu erschließen.
Besonders interessant:
- mehrere Wohneinheiten auf bestehender Fläche
- kurze Bauzeit durch Vorfertigung
- effiziente Nutzung vorhandener Infrastruktur
Dieses Konzept zeigt, wie sich Nachverdichtung in der Praxis umsetzen lässt.
Homestory | 40 qm große Tiny Houses auf Garagen aufgestockt
Wie viele Quadratmeter braucht ein Minihaus, damit es ein Zuhause wird? Nicht viele. Das beweisen die innovativen Tiny Houses, die sogenannten FlyingSpaces, die SchwörerHaus gemeinsam mit der GWG Wohnungsgesellschaft Reutlingen auf eine Reihe von bereits bestehenden Garagen aufgesetzt und so insgesamt 160 Quadratmeter bezahlbaren Wohnraum in Minihäusern geschaffen hat.
Die Idee für sogenannte Tiny Houses ist nicht neu. Dass die Minihäuser jetzt aber sogar fliegen können hingegen schon. „In der heutigen Zeit sind Flächen sehr knapp bemessen, umso mehr geht es darum, innovative Lösungen zu finden. Da ist das Minihaus von SchwörerHaus die ideale Möglichkeit. Wenn auf dem Boden der Platz fehlt, wird eben nach oben gestapelt.“, beschreibt Ralf Güthert, Geschäftsführer der GWG Reutlingen, das Konzept.
Die vier, Tiny Houses mit 40 Quadratmeter Wohnfläche, wurden im Schwörer-Werk gefertigt, am Stück geliefert und mit einem Kran auf die acht Garagen aufgesetzt. Der Überstand nach vorn und hinten schafft zusätzlich Fläche und die Minihäuser gewinnen optisch an Leichtigkeit. Über eine Metalltreppe gelangt man zum Eingang der Tiny Houses, die Zwischenachsen sind überdacht, so dass die Wohnungen trockenen Fußes erreicht werden können.
Mit den Modulhäusern „FlyingSpaces“ trifft SchwörerHaus den Nerv der Zeit und setzt der Debatte um ein mögliches Verbot von Einfamilienhäusern ein klimafreundliches Argument entgegen. Dabei sparen die komfortablen Modulhäuser nicht nur Platz – und damit versiegelte Fläche, sondern sind auch sonst in Sachen Klimaschutz ganz groß. Gebaut in Baden-Württemberg, ausschließlich aus Holz aus der Region und hochwärmegedämmt, sind die Minihäuser mit ca. 40-50 qm pro Modul besonders energieeffizient und klimafreundlich. Außerdem binden sie langfristig CO2 und tragen so dauerhaft zum Klimaschutz bei.
Fatima Labdar, die Bewohnerin eines der neuen FlyingSpaces in Reutlingen berichtet:
Was beinahe zu schön klingt, um wahr zu sein, fühlt sich beim Betreten auf Anhieb gemütlich an. An Wohnkomfort wird im Tiny House nicht gespart – im Gegenteil. „Aufgrund meiner veränderten Lebenssituation wollte ich mich verkleinern. Die GWG hat mir eines der Minhäuser angeboten, doch zunächst war ich skeptisch, ob ich mit einem Tiny House mit 40 Quadratmetern auskomme“.
„Mittlerweile weiß ich, es ist ein echter Luxus, hier zu leben. Ich habe ein eigenes Minihaus ganz für mich. Hier bleibe ich.“, schwärmt sie. Und in der Tat sind die FlyingSpaces wahre Wohnraumwunder. Im Minihaus von Frau Labdar sind ein offener Wohn-, Essbereich, eine Küche, ein Duschbad und ein Schlafzimmer untergebracht – und eine kleine Terrasse für den Kaffee in der Morgensonne findet auch noch Platz.
Der clevere Grundriss des Tiny House sieht Nischen für Einbauschränke in Flur und Schlafzimmer vor, die in der hauseigenen Schwörer-Design-Schreinerei individuell gefertigt und schon vor Auslieferung passgenau integriert wurden. Der schwäbische Haus-Hersteller geht sogar noch weiter: Auf Wunsch werden auch alle anderen Möbel individuell geplant – und das Minihaus wird komplett möbliert geliefert.
Mit dem intelligenten Wohnkonzept beweist SchwörerHaus einmal mehr, dass sich Design und Nachhaltigkeit nicht ausschließen. „Wir wollen kein Entweder-Oder, sondern sinnvolle Konzepte, die Lust auf Veränderung machen.“, sagt Johannes Schwörer, Geschäftsführer der SchwörerHaus KG. „Deshalb ist man bei uns auch nicht an einen Grundriss gebunden.“ Die Maximalgröße eines Minihauses liegt bei 14,5 m x 4,35 m, also etwa 50 Quadratmeter, aber die Gestaltungsmöglichkeiten sind riesig.
„Das Schöne ist, dass man die Module kombinieren kann und schon hat man 150 Quadratmeter Wohnfläche. FlyingSpace kann alles sein, vom Loft bis zur 3-Zimmer Wohnung.“ Auch in Sachen Schnelligkeit übertrifft sich SchwörerHaus mit den Flying Spaces selbst: Die Wohnmodule werden als Schwertransport über Nacht geliefert und sind meist an einem Tag montiert und kurze Zeit später bereit zum Einziehen und Wohlfühlen.
Welche Vorteile bietet die modulare Bauweise?
Ein entscheidender Faktor bei solchen Projekten ist die modulare Bauweise.
Dabei werden Bauelemente im Werk vorgefertigt und vor Ort montiert.
Vorteile:
- schnelle Umsetzung
- hohe Planbarkeit
- gleichbleibende Qualität
- reduzierte Baustellenzeiten
Wie nachhaltig ist diese Form des Bauens?
Nachverdichtung ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch ökologisch.
Durch die Nutzung bestehender Flächen wird:
- weniger Boden versiegelt
- weniger Infrastruktur benötigt
- Ressourcen geschont
Zusätzlich können moderne Minihäuser energieeffizient umgesetzt werden und tragen so langfristig zum Klimaschutz bei.
Für wen eignet sich Nachverdichtung besonders?
Nachverdichtung ist besonders interessant für:
- Städte und Kommunen
- Wohnungsbaugesellschaften
- Eigentümer von Bestandsgebäuden
- Investoren
Aber auch private Bauherren können von kompakten Erweiterungslösungen profitieren.
Welche Herausforderungen gibt es?
Trotz vieler Vorteile gibt es auch Herausforderungen:
- statische Voraussetzungen des Bestands
- baurechtliche Vorgaben
- Planung der Erschließung
- Integration in bestehende Strukturen
Eine sorgfältige Planung ist daher entscheidend.
Weitere Beispiele | Modulhäuser aufgestockt
Weitere Informationen zum Minihaus-Konzept von SchwörerHaus finden Sie in unserem Blogbeitrag „So bauen Sie ein Modulhaus“.
Bei individuellen Fragen zu Ihrem Minihaus-Projekt steht Ihnen unsere örtliche Schwörer-Bauberatung gerne zur Verfügung. Die passenden Kontaktdaten für Ihre Region finden Sie mit Hilfe Ihrer Postleitzahl direkt hier: Bauberatung von SchwörerHaus: Ihr Experte vor Ort
Fazit: Nachverdichtung als Schlüssel für zukünftigen Wohnraum
Die Anforderungen an den Wohnungsbau verändern sich. Flächen werden knapper, nachhaltige Lösungen wichtiger.
Nachverdichtung bietet eine Möglichkeit, diesen Herausforderungen zu begegnen. Projekte wie die Aufstockung von Minihäusern zeigen, wie sich vorhandene Flächen effizient nutzen lassen.
Kompakte Häuser, modulare Bauweisen und durchdachte Planung werden dabei eine zentrale Rolle spielen.
Häufige Fragen zur Nachverdichtung und Aufstockung
Nachverdichtung beschreibt die effizientere Nutzung bereits bebauter Flächen, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Statt neue Baugebiete zu erschließen, werden bestehende Grundstücke und Gebäude erweitert – zum Beispiel durch Aufstockung, Anbauten oder die Nutzung von Baulücken.
Bei der Aufstockung wird ein vorhandenes Gebäude um zusätzliche Geschosse erweitert. Häufig kommen dabei vorgefertigte Module zum Einsatz, die im Werk produziert und vor Ort montiert werden. Voraussetzung ist, dass die Statik des Bestandsgebäudes eine Erweiterung zulässt.
Nachverdichtung hat mehrere Vorteile:
- kein zusätzlicher Flächenverbrauch
- Nutzung vorhandener Infrastruktur
- oft kürzere Bauzeiten
- nachhaltiger Umgang mit Ressourcen
Gerade in Städten ist sie eine wichtige Alternative zum klassischen Neubau.
Die Kosten hängen stark vom Projekt ab, insbesondere von:
- statischen Voraussetzungen
- Bauweise
- Größe der Erweiterung
In vielen Fällen kann eine Aufstockung jedoch wirtschaftlicher sein, da Grundstückskosten entfallen und bestehende Strukturen genutzt werden.
Ja, Nachverdichtung gilt als besonders nachhaltige Bauweise, da:
- weniger neue Flächen versiegelt werden
- bestehende Infrastruktur genutzt wird
- Ressourcen effizient eingesetzt werden
In Kombination mit energieeffizientem Bauen entstehen langfristig umweltfreundliche Lösungen.
Nachverdichtung ist besonders interessant für:
- Städte und Kommunen
- Wohnungsbaugesellschaften
- Eigentümer von Bestandsgebäuden
- Investoren
Aber auch private Bauherren können von Erweiterungen profitieren.
Durch Vorfertigung im Werk kann die Bauzeit deutlich verkürzt werden. Während klassische Bauprojekte mehrere Monate dauern, lassen sich modulare Aufstockungen oft in deutlich kürzerer Zeit umsetzen – abhängig von Planung und Projektumfang, aber auch Faktoren wie Baugenehmigung, etc.
Ja, auch private Bauherren können ihr Haus aufstocken oder erweitern, wenn die baulichen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Häufig wird dies genutzt, um zusätzlichen Wohnraum für Familie oder Vermietung zu schaffen.
Neben der Aufstockung gibt es weitere Möglichkeiten der Nachverdichtung:
- Anbau oder Erweiterung
- Nutzung von Baulücken
- Umnutzung bestehender Gebäude


