von Carola Kochner
Wie sieht modernes Wohnen auf kleinstem Raum in Zukunft aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich aktuell eine gemeinsame Tiny House Design Study von SchwörerHaus und der Akademie Mode & Design (AMD) am Standort München.
Anlass der Kooperation ist der erstmals ausgelobte „New Living Award by zuhause wohnen“, der innovative Wohnkonzepte, Interior-Trends und zukunftsweisende Designideen in den Fokus stellt. Das Magazin zuhause wohnen begleitet das Projekt redaktionell und ist Teil der Fachjury.
Im Rahmen der Zusammenarbeit entwickeln Studierende der Innenarchitektur und des Interior Designs innovative Wohnkonzepte für drei FlyingSpaces, die im Zusammenhang mit dem Tiny Wohnpark Heidelberg entstehen. Das Projekt bietet den Studierenden die besondere Möglichkeit, ihre Ideen direkt an einem realen Praxisbeispiel weiterzuentwickeln und sich intensiv mit den Anforderungen an modernes, kompaktes Wohnen auseinanderzusetzen.
Der Tiny Wohnpark Heidelberg wurde von den Projektentwicklern und Investoren Achim Pätzold und Fabian Müller initiiert und konzipiert. SchwörerHaus liefert und montiert hierfür insgesamt rund 40 Module in Holz-Fertigbauweise und begleitet das Projekt mit umfassender Expertise im Bereich serielles und nachhaltiges Bauen.
In der Fachjury vertreten sind neben den Professoren Prof. Andreas Notter und Prof. Hannes Schelbert von der AMD auch Johannes Schwörer, Geschäftsführer von SchwörerHaus, sowie Christiane Fürber, Leitung Interior Design bei SchwörerHaus. Ergänzt wird die Jury durch Sabina Hofmann-Pätzold als Vertreterin der Investierenden sowie Christian J. Goldsmith, Chefredakteur von zuhause wohnen.
Im Mittelpunkt der Design Study stehen drei unterschiedliche Zielgruppen und Lebenswelten:
- Bestager
- Young Adults / Digital Natives
- Business Travellers
Beim ersten „Schulterblick“ an der AMD München präsentierten die Teams ihre bisherigen Entwürfe. Gemeinsam wurden erste Raumkonzepte, Materialideen und Nutzungsszenarien diskutiert.
„Besonders beeindruckt hat uns, mit wie viel Kreativität und Leidenschaft die Studierenden an die Themen Tiny Living und modernes Wohnen herangehen. Viele der Konzepte zeigen bereits heute spannende Ansätze für flexible, intelligente und emotionale Raumlösungen“, erklärt Johannes Schwörer.
Auch Christiane Fürber, Leitung Interior Design, zieht ein positives Fazit des ersten Schulterblicks: „Die Entwürfe zeigen, wie vielfältig und individuell Tiny Living interpretiert werden kann. Genau dieser kreative Austausch zwischen Hochschule und Praxis macht das Projekt so wertvoll.“
Auch die Rückmeldungen der betreuenden Professoren und Studentinnen fielen sehr positiv aus: Das Projekt bot die Möglichkeit, kreative Ideen unter realen Bedingungen weiterzuentwickeln und dabei echte Planungs- und Entscheidungsprozesse kennenzulernen.
Besonders spannend ist dabei der enge Austausch zwischen kreativer Hochschularbeit und praktischer Umsetzbarkeit. Neben innovativen Designansätzen stehen deshalb auch Fragen zur Funktionalität, Alltagstauglichkeit, technischen Realisierung und Wohnqualität im Fokus.
Nach intensiver Weiterentwicklung ihrer Konzepte präsentierten die Studierenden ihre Arbeiten am 29. Juni in München vor der Fachjury. Im Anschluss wurde der „New Living Award by zuhause wohnen“ verliehen.
Mit Abschluss der Bauarbeiten werden im ersten Quartal 2027 die drei FlyingSpaces im Tiny Wohnpark Heidelberg mit den prämierten Innenraumkonzepten der Öffentlichkeit vorgestellt.
Ziel ist es, den Weg von der Idee bis zur realen Umsetzung im Tiny Wohnpark Heidelberg aufzuzeigen.
Stand: 17.06.2026, 07.07.2026 aktualisiert
Warum Tiny Living neue Wohnkonzepte braucht
Die Design Study zum New Living Award zeigt, wie vielfältig Tiny Living heute gedacht werden kann. Es geht nicht allein darum, auf weniger Quadratmetern zu wohnen. Entscheidend ist, wie kompakter Wohnraum so geplant wird, dass er im Alltag komfortabel, flexibel und langfristig nutzbar bleibt.
Gerade bei kleinen Wohnflächen müssen Grundriss, Stauraum, Tageslicht, Möblierung und Haustechnik besonders gut zusammenspielen. Denn jeder Quadratmeter übernimmt mehrere Aufgaben: Wohnen, Schlafen, Arbeiten, Rückzug und Aufbewahrung müssen sinnvoll miteinander verbunden werden.
Tiny Living bedeutet deshalb nicht automatisch Verzicht. Gut geplant kann kompakter Wohnraum überraschend viel leisten, wenn die Nutzung von Anfang an mitgedacht wird.
Für wen Tiny Living interessant sein kann
Tiny Living kann für ganz unterschiedliche Lebenssituationen eine passende Lösung sein. Die im Projekt betrachteten Zielgruppen zeigen, wie vielseitig kompakte Wohnkonzepte gedacht werden können.
Für Bestager können überschaubare, pflegeleichte Wohnflächen mit kurzen Wegen besonders attraktiv sein. Weniger Fläche kann den Alltag erleichtern, ohne dass Wohnkomfort verloren gehen muss.
Young Adults und Digital Natives suchen häufig flexible Wohnformen, die zu Ausbildung, Berufseinstieg, mobilem Arbeiten und sich verändernden Lebensphasen passen. Für sie zählt ein Zuhause, das funktional ist und sich an den eigenen Alltag anpassen lässt.
Business Travellers benötigen temporäre Wohnangebote, die praktisch, hochwertig und komfortabel sind. Kompakte Wohnmodule können hier eine interessante Alternative zu klassischen Unterkünften sein.
Auch für Grundstücksbesitzer eröffnen kompakte Wohnmodule neue Möglichkeiten. Zusätzliche Wohnfläche kann zum Beispiel als Anbau, Aufstockung, Gästehaus, Homeoffice oder eigenständige Wohneinheit entstehen.
Für Kommunen und Investoren können Tiny-Living-Konzepte ebenfalls interessant sein, etwa für Nachverdichtung, Wohnparks oder temporäre Wohnangebote. Gerade modulare Lösungen bieten hier die Chance, Wohnraum effizient und planbar zu schaffen.
Damit Tiny Living dauerhaft überzeugt, muss das Konzept jedoch zur jeweiligen Nutzung passen. Ein Wohnmodul für dauerhaftes Wohnen stellt andere Anforderungen als ein Ferienhaus, ein Büro oder eine temporäre Unterkunft.



