Bauherren - Eigenleistungen

Einfamilienhaus mit Carport
Redaktion SchwörerHaus

von Redaktion SchwörerHaus

Da ich bei SchwörerHaus für die Qualitätssicherung zuständig bin, komme ich auch mit vielen Kunden ins Gespräch. Dabei werden dann immer wieder viele Fragen zu Materialien gestellt, denn Kunden möchten bei ihrem Eigenheim oft auch selbst mit anpacken und damit Geld sparen. So kommen häufig Fragen, wie man es richtig macht und welche Materialien man verwenden sollte bzw. welche Voraussetzungen bei der Produktauswahl zu beachten sind.

Die meisten Arbeiten, die Bauherren gerne selbst machen wollen, sind die Maler- und Bodenbelagsarbeiten. Hier lassen sich mit wenig Gerätschaften einige Arbeiten in Eigenregie herstellen und der Kunde kann so seinen Maßstab an Qualität selbst festlegen. Ich möchte an dieser Stelle kurz auf das Thema der Wandbeschichtung eingehen, denn viele Bauherren wählen aus optischen Gründen gestrichene Wandflächen oder flächige Putze und Spachteltechniken aus den unterschiedlichsten Formen und Farben aus. Hierbei wird leider sehr oft nicht berücksichtigt, dass sich Wände (egal ob in Massiv- oder Holzbauweise) bewegen.

Durch die dünnen Putze und Farbbeschichtungen werden diese Bewegungen nicht aufgenommen und es führt zu feinen Rissen in der Endbeschichtung, was man natürlich optisch erkennen kann und sich dann fragt, woher das jetzt kommt. Um dies zu verhindern, muss zuerst eine Entkopplungsschicht in Form einer aufgeklebten Armierungsschicht auf den Wandflächen aufgebracht werden, bevor dann der Endbelag eingebaut wird. Dadurch werden die Bewegungen zwischen Wand und dem Endbelag aufgenommen und der optische Endbelag bleibt rissfrei. Ein kleiner aber wichtiger Punkt, den man optisch nicht sieht, der aber das Endergebnis langfristig schön bleiben lässt.

Ich wünsche mir, dass viele Bauherren diesen Bericht lesen und diese Information auch in ihre Überlegungen mit einbeziehen und ich würde mich freuen, wenn es hierzu auch Rückmeldungen oder Fragen gibt.

107 KOMMENTARE
von Andreas
21. Apr 2011, 19:59
ad Tapeten: hier möchte ich noch kurz einhaken. Es wird hier nur die Raufasertapete erwähnt. Wir wollen eine glatte Tapete haben, also eine Vliestapete und haben uns hierfür schon ein Angebot von Schwörer geben lassen. Ist hier nun eine feinere Spachtelung bereits integriert oder doch auch gar nicht notwendig? Danke für die Info.
von Tobias Kuhn
21. Apr 2011, 09:15
Hallo Frau Manz,
es freut mich sehr, dass Sie Ihre Eigenleistungsarbeiten so gründlich und gewissenhaft planen und ausführen.
Grundsätzlich gibt es zu dem Thema Folgendes zu sagen:
Wenn auf einen Trockenbauuntergrund, egal ob Gipsfaser oder Gipskarton ein Oberflächenfeinputz aufgebracht werden soll, ist aufgrund der starren Putzstruktur, der minimalen Putzstärke und der Materialzusammenstzung eine Entkoppelung Grundvoraussetzung für eine dauerhaft mangelfreie Oberfläche. Sowohl an den Plattenstößen, als auch in der Fläche selber kommt es im Laufe der Zeit zwangsläufig zu Bewegungen. Diese sind zwar nur ganz minimal, können durch den Putz alleine aber trotzdem nicht aufgenommen werden. Die Folge davon sind Haarrisse an den Plattenstößen bzw. in der Fläche. Solche Vorgänge sind materialbedingt nicht zu verhindern und stellen ohne Entkoppelungsschicht keine Reklamation dar.
Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, auf jeden Fall eine Entkoppelungs - bzw. Armierungsschicht einzubauen. Die Fa. Schwörer führt feine Endputze nur in Verbindung mit einer Armierungsschicht aus. Als Armierungsschicht kann zum Beispiel ein aufgeklebtes Vlies dienen, wie es Herr Geiselhart in seinem Beitrag bereits geschildert hat.
Was für eine Grundierung Sie vorher auf die Gipskartonplatten aufbringen sollten, muss Ihnen der Hersteller bzw. der Lieferant des Putzsystems vorgeben. In unseren Häusern finden Sie als Untergrund eine vorgrundierte, mit Fasern versetzte Gipskarton-Feuerschutzplatte vor.

Wie es Markus in seinem Beitrag schon richtig erwähnt hat, entspricht unsere Oberflächenqualität der Gipskartonspachtelung der Klasse Q2 nach DIN 18180/EN 520. Diese Oberflächengüte ist bei mittel und grob strukturierten Wandbekleidungen wie zum Beispiel eine Raufasertapete (Körnung RM oder RG) völlig ausreichend. Bei Putzsystemen mit einer Körnung kleiner 1mm wird auf jeden Fall eine Q3 Spachtelung empfohlen. Diese umfasst neben der Standardspachtelung Q2, ein breiteres Ausspachteln der Fugen, sowie ein scharfes Abziehen der restlichen Kartonoberflächen zum Porenverschluß mit Spachtelmaterial. Diese Spachtelung hat den Zweck, auch kleinste Unebenheiten in der Oberfläche zu beseitigen und somit eine noch feinere Oberfläche zu erzeugen, damit später keine, durch den Untergrund hervorgerufene, optische Mängel erkennbar sind.
Weitere Informationen können Sie dem Merkblatt 2 des Bundesverband deutsche Gipsindustrie e.V. entnehmen(https://www.gips.de/content/publikationen/igg/mb2/mb2.pdf).

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg bei den noch ausstehenden Eigenleistungsarbeiten.
von Markus
19. Apr 2011, 15:00
@Tina

Hallo Tina,

noch was wegen den Gipskartonplatten. Du meinst sicher das Gewebeband das Schwörer empfiehlt. Gegen Riße an den Ecken. Ich hatte das Glück das mein früherer Arbeitskollege mein Haus aufgebaut und er mir echt viele Tipps geben konnte. Ich wollte das auch nicht machen, aber er meinte mach es den es ist echt Wichtig. Den es ist dein Haus!!!!! Nicht das später irgendwas an den Ecken reist. Wir haben ein Haus in Holzständerbauweise und das Arbeitet!!! Tipp mach es es Kostet zwar ein wenig Zeit bis man die Bänder angebracht hat aber es lohnt sich.

Für dein Rollputz falls du ihn doch machen willst würde ich Quarzgrund empfehlen. Wir beim Rauputz auch verwendet.

Mfg

Markus
von Andy
19. Apr 2011, 14:07
Schwörer setzt Gipskartonplatten ein. Empfohlen wird übrigens eine Tapete. Holz arbeitet und es entstehen im Putz leicht Risse - das haben uns so schon mehrere Fertigteilhausanbieter gesagt.
von Markus
19. Apr 2011, 12:08
@Tina Manz

Hallo Tina,

wir wollten auch erst im ganzen Haus den Rollputz machen. Ich wahr zufällig gerade auf der Baustelle als der Maler da wahr. Er hat gemeint mach nur Rolllputz drauf und du wirst dein blaues Wunder erleben..da ging das überlegen dann los. Das Problem ist die Gipskartonplatten sind nur Q2 gespachtelt also Tapezierfertig. Bei Rollputz muß es Q3 sein. Das heißt ihr müßtet alle Wände-Decken nochmal komplett überspachteln. Danach alles noch einmal Schleifen. Und ersten ist das sau teuer...und 2 eine mega mäßige Arbeit. Wir haben dann selber im Wohn-Flur-Gästeklo-Küche einen Rauputz reingemacht. In den anderen Zimmern haben wir Tapeziert. Den der Maler spachtelt nur die Stöße der Platten!!! Da sind noch tausende von Klammern drin das müßtet ihr alles komplett überspachteln. Denn bei diesem Rollputz siehst du alles der ist ja nur 1mm stark und zieht sich noch ein wenig zusammen. Das gleiche Problem hatte ich auch bei den Tapeten. Raufaser ist perfekt alles andere raubt dir den letzten Nerv (so wahr es bei mir:-) ) Du siehst echt alles durch die Tapeten...Aber vielleicht hat da Schwörer ja noch ein Tipp für uns Ausbauer..zum Glück sind wir jetzt fertig.

Hoffe ich konnte dir ein wenig Helfen.

Gruß

Markus
von Tina Manz
18. Apr 2011, 11:59
Hallo!

Wir haben uns nun für einen Rollputz im ganzen Haus entschieden. Wie sind die Wände von Schwörer denn beschaffen? Brauchen wir einen Tiefengrund oder würde auch ein Sperrgrund genügen?
Ein Bekannter(Stukkateur-Meister) meinte, dass die Armierungsschicht nur bei Gipsfaserplatten an den Fugen nötig wären und bei Gipskartonplatten eben nicht. Welche Gipsplatten benutzt denn Schwörer?
Für Antworten wäre ich dankbar!

Gruß! Familie Manz
von O. Salo
02. Mar 2011, 20:08
Vielen Dank Herr Geiselhart für die Erklärung.
von Richard Geiselhart
02. Mar 2011, 08:53
@ O.Salo

grundsätzlich muss jede Bodenplatte, also die Kellerbodenflächen mit einem Estrich ausgeführt werden. Zum einen ist es kaum möglich, die Ebenheit und Voraussetzungen für das Verlegen von Endbelägen bereits mit dem Herstellen der Bodenplatte so maßgenau herzustellen. Weiterhin kommt es auch darauf an, wie die Nutzung der Räume angedacht ist. Man muss wissen, dass ein Betonboden mit einem 4cm Glattstrich ziemlich kalt ist, also auch hier immer die Frage nach der Nutzung. Es sollte auch berücksichtigt werden, dass die Treppe und die Antrittshöhe auf den Bodenaufbau abgestimmt ist.
Wir empfehlen mindestens einen 4cm Glattstrich, bei entsprechender Nutzung empfiehlt sich ein Fußbodenaufbau mit Dämmung.

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