Gesundheit gemeinsam planen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe war Gast und Redner der Gesundheitstagung "Zukunft gestalten - Gesundheitliche Versorgung findet vor Ort statt" am Do. 13. Oktober 2016 bei SchwörerHaus.

"Zukunft gestalten - Gesundheitliche Versorgung findet vor Ort statt" hieß der Titel der Gesundheitstagung am 13.10.2016 bei SchwörerHaus in Hohenstein-Oberstetten, zu der Landrat Thomas Reumann in Kooperation mit der Kommunalen Gesundheitskonferenz Vertreter des gesamten Gesundheitsbereichs, Bürgermeister aus der Region sowie interessierte Bürger/-innen eingeladen hat. Besonderer Gast und Redner der Veranstaltung war Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Versorgungslücken ab 2020

Demografischer Wandel und Fackkräftemangel sind Gründe warum Landrat Thomas Reumann über eine Versorgungslücke, die sich ab 2020 im Landkreis Reutlingen, nicht nur auf dem Land sondern auch in der Stadt, auftut, spricht. Es gibt 10 % Allgemeinmediziner, hingegen 90 % sind Spezialisten. Der Beruf des Landarztes ist wenig attraktiv, dem ländlichen Raum droht eine hausärztliche Unterversorgung, in der Pflege sieht es noch wesentlich schlechter aus.

CDU-Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe stellte die Prävention von Krankheiten in den Vordergrund, aber auch die Orientierung am Patienten. Ziel muss sein, dass Ärtzte, Pfleger, Therapeuten bestmöglich in einem Team zusammenarbeiten und der Patient dabei im Focus steht. Prävention, Versorgung, Gesundheitsförderung und Reha müssen besser vernetzt werden.

In einer Gesprächsrunde diskutierte Gesundheitsminister Gröhe mit Studeten der Medizin der Uni Tübingen, sowie Pfleger der Hochschule Esslingen über Patientenorientierung und multiprofessionelle Versorgung. Übereinstimmend äußerten die Studierenden großes Interesse an der Arbeit im interdisziplinären Team.

Die nächsten Schritte sind Versorgungsbereiche kleinräumig zu strukturieren, innovative Kooperationsmodelle aufzuzeigen, sich für Nachwuchs sowohl im Hausarztbereich als auch bei nichtärztlichen Gesundheitsberufen stark zu machen, die Allgemeinmedizin im Studium besser zu verankern, die Weiterbildung zu verbessern sowie ein Krisenmanagement bei Versorgungsengpässen aufzulegen.

Gesundheitszentrum Hohenstein

Seit 2010 geht die Kommunale Gesundheitskonferenz im Landkreis Reutlingen der gesundheitlichen Versorgung auf örtlicher Ebene nach. Mittlerweile haben sich sieben Gemeinden dem Projekt „Gesunde Gemeinde“ angeschlossen, um das Bewusstsein für die Gesundheit zu schärfen, gesundheitsfördernde Angebote auf den Weg zu bringen und bestehende Gesundheitsstrukturen weiterzuentwickeln. Ein gutes Beispiel Gesundheitliche Versorgung vor Ort voran zu treiben, ist das Gesundheitszentrum in Hohenstein. In Hohenstein-Bernloch wächst derzeit ein Haus mit mehreren Praxen zum Gesundheitszentrum heran, in dem sich Ärzte, Therapeuten und Pflegefachleute im Team um die Patienten kümmern können.