SchwörerHaus als einer der 100 Betriebe für Ressourceneffizienz ausgezeichnet

Durch umfangreiche Maßnahmen im Bereich der Wärmeversorgung können pro Jahr rund 10.000 MWh Abwärme für den kompletten Wärme- und Heizbedarf am Schwörer-Firmensitz genutzt werden. Dieses Projekt wurde nun ausgezeichnet und damit Durchhaltevermögen und Mut belohnt. Die Auszeichnung „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ verlieh Umweltministerin Thekla Walker am 13. Oktober im Rahmen des 10. Kongress BW in Stuttgart.

„Selbst in bestens organisierten und hochtechnisierten Unternehmen finden sich noch Potenziale oder innovative Ideen, wie der Ressourceneinsatz reduziert werden kann“, so Thekla Walker bei der Auszeichnung der Leuchtturmprojekte. Auch SchwörerHaus konnte mit seinem Konzept zur Nutzung der Niedertemperatur-Abwärme überzeugen.

Im Werk wird´s warm mit Abwärme

SchwörerHaus betreibt am Standort in Hohenstein-Oberstetten ein Biomasseheizkraftwerk. Dies ist Teil der Schwörer-Strategie, die Umweltbelastungen durch ein nachhaltiges Produktionskonzept über den gesamten Produktlebenszyklus vom Baumstamm bis zum fertigen Haus so gering wie möglich zu halten. Im Kraftwerk werden Holzreste aus der Produktion, die nicht mehr industriell verarbeitet werden können, als Brennstoff für das firmeneigene Biomasse-Kraftwerk genutzt. Der so gewonnene Ökostrom wird aktuell ins Stromnetz eingespeist. Neben der Prozesswärme entsteht bei diesem Prozess auch eine große Menge an Niedrigtemperatur-Abwärme, die oft nicht genutzt wird. In einem langwierigen Erprobungs- und Umsetzungsprozess mit selbst entwickelten technischen Lösungen ist es gelungen, einen großen Teil dieser sonst ungenutzten Energie für die Raumheizung zurück zu gewinnen. Das Ergebnis ist eine CO2-neutrale Energieversorgung, die den Produktionswärme- und Heizbedarf des Werks in Hohenstein-Oberstetten deckt.

Heute werden über 10.000 MWh der anfallenden Abwärme genutzt, anstatt diese Menge ungenutzt in die Atmosphäre abzugeben. Dadurch werden 10.000 MWh an höherwertiger Hochtemperaturwärme mit 120 °C eingespart und stehen für andere Anwendungen wie die Holztrocknung zur Verfügung. Biomasse weist als regenerativer Energieträger bilanz-technisch keine CO2-Emissionen auf. Würden die 10.000 MWh Wärme hingegen mit einer Ölheizung erzeugt werden, würden etwa 1 Million Liter Öl verbraucht und 2600 t CO2e anfallen.

Die Allianz für mehr Ressourceneffizeinz

Im November 2013 durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg in´s Leben gerufen, macht es sich die „Allianz für Ressourceneffizienz“ zur Aufgabe, 100 Betriebe für Ressourceneffizienz ausfindig zu machen und auszuzeichnen – 2021 zum dritten Mal. Der Hintergrund: Eine sinnvolle Ressourcenpolitik trägt zu einer Sicherung des Industriestandorts Baden-Württemberg bei und kann – mit energie- und ressourceneffizienten Produkten und Produktionsweisen – Wettbewerbsvorteile im Weltmarkt bedeuten und gleichzeitig die Umwelt entlasten.

Die Initiative soll aufzeigen, wie Ressourceneffizienz konkret umgesetzt werden kann und welcher Nutzen damit verbunden ist. Sie unterstützt die bisherigen Aktivitäten zur Ressourceneffizienz im Land mit konkreten, vorzeigbaren Ergebnissen. Damit sollen weitere Unternehmen zum Mitmachen gewonnen werden.