Landwirtschaftsminister Peter Hauk wird Pate des Schwörer-Azubi-Waldes

Nach einem Jahr pandemiebedingter Auszeit beteiligt sich SchwörerHaus mit einem Erlebnistag im eigenen Azubi-Wald wie gewohnt an den Nachhaltigkeitstagen Baden-Württemberg. Neben Landwirtschaftsminister Peter Hauk folgte auch Landrat Dr. Ulrich Fiedler, Bürgermeister Jochen Zeller und Vertreter aus Forst- und Landwirtschaft der Einladung der Auszubildenden.

Firmenchef Johannes Schwörer begrüßte am Montagnachmittag die geladenen Gäste am Eingang des Azubi-Waldes zum diesjährigen N!-Tag und zeigte sich stolz, was die Azubis und ihre Ausbildungsleiterin Bianca Look-Hummel auf die Beine gestellt hatten. Im Rahmen der Schwörer GreenCard-Projekte beteiligen sich die Azubis bereits seit einigen Jahren an den durch das Land ausgelobten Nachhaltigkeitstagen mit eigenen Projekten und Aktionen: „Schließlich bringt es nichts, Nachhaltigkeit nur als neues Modewort zu nutzen – es muss gelebt werden“, so Johannes Schwörer, der bereits die Jüngsten für den Umweltschutz sensibilisieren möchte, „denn nur so ist es möglich, Nachhaltigkeit langfristig in der Unternehmenskultur zu verankern und generationenübergreifend zu sichern“.

Schon in der Einladung hat ihn der Schwörer-Azubi-Wald neugierig gemacht, so Minister Haug, „den wollte ich unbedingt kennenlernen - ein Azubi-Wald, wo gibt‘s so etwas schon, das kann nur beim Schwörer sein“, hob der Minister positiv hervor. In diesem Zuge ließ es sich Herr Hauk auch nicht nehmen, die Patenschaft für den Azubi-Wald zu übernehmen. Ganz zur Freude der Auszubildenden, die den Minister und die anderen Gäste mit viel Routine durch Ihren Wald führten.

Seit 2012 kümmern sich Azubis um das extra ausgewiesene Waldstück, welches sich über eine Fläche von ca. 1,5 Hektar, zwischen Oberstetten und Pfronstetten, erstreckt. Der Azubi-Wald ist ein Naturwald. Dies bedeutet, dass der Wald sich selbst überlassen bleibt. So wird kein Baum oder Ast von Menschenhand abgesägt, sondern es werden nur mögliche Gefahren aus einem Gefahrenbereich entfernt. Bemerkenswert sind die Vielfalt an Tieren und Pflanzen im Naturwald. Ein Besichtigungspfad sowie eine Aussichtsplattform ermöglichen eine spannende Besichtigung für die Gäste, zu denen regelmäßig Kindergartenkinder und Schüler aus der Region zählen.

Als gelernter Forstwirt wusste Herr Hauk um die Vorzüge eines Naturwaldes zu Schulungszwecken. Im Wirtschaftswald gehört jedoch eine geregelte Bewirtschaftung zu einer langfristig erfolgreichen und damit auch nachhaltigen Strategie. Dies wurde bereits vor mehr als 300 Jahren von dem sächsischen Oberberghauptmann Carl von Carlowitz erkannt, der als Schöpfer des Nachhaltigkeits-Begriffes in die Geschichte einging. Minister Hauk betonte, dass im Hinblick auf die Herausforderungen des Klimawandels ein rücksichtvoller Umgang mit unseren Rohstoffen unerlässlich ist. Im speziellen der Baustoff Holz ist mit seinen vielen Vorteilen wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg. Hier genügt es sich vor Augen zu führen, dass der im konventionellen Bau benötigte Zement für insgesamt 8 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist. „Holz hingegen ist von Grund auf ein klimafreundlicher Baustoff, der CO2 langfristig speichert“, so Hauk.

Dies untermauerte auch Landrat Dr. Ulrich Fiedler, der anführte, dass alleine in den Wäldern im Landkreis Reutlingen rund 15 Millionen Tonnen CO2 langfristig gespeichert werden. Fiedler erläuterte auch die Vielschichtigkeit der Nachhaltigkeit, die zwar ihren Ursprung in der Waldwirtschaft hat, aber inzwischen natürlich sehr viel mehr Kriterien umfasst. Es sei wichtig, alle Kriterien im eigenen Handeln zu berücksichtigen, was SchwörerHaus mit seinen Auszubildenden bereits vorbildlich unter Beweis stellt.

Über 80 Jugendliche legen bei SchwörerHaus den Grundstein für ihre berufliche Zukunft. Sie erlernen in 18 verschiedenen Berufen alles Wichtige für ein künftiges, erfolgreiches Berufsleben. Fragt man die Auszubildenden, sind die eigenen Umweltprojekte das Highlight in der Ausbildung. Die sog. GreenCard-Projekte waren 2012 die logische Konsequenz, die nachhaltige Unternehmensausrichtung und die Projektorientierung in der Ausbildung zu kombinieren und Umweltprojekte für Auszubildende zu kreieren. Seither wurde bereits 26 verschiedene Projekte erfolgreich umgesetzt.

2021 starten die Auszubildenden in die zehnte Periode ihrer GreenCard Projekte. Zudem feiert man 25 Jahre EMAS-Zertifizierung sowie das zehnjährige Jubiläum bei den Klimaschutzunternehmen. Aus diesem Anlass wurde von den Azubis gemeinsam mit dem Verein Blühende Alb e. V. die Biodiversitäts-Aktion „Blühende Gärten“ ins Leben gerufen. Dabei konnten Mitarbeiter und Kunden passende Blühmischungen für den eigenen Garten über Schwörer bestellen. Entstanden ist – dank 112 teilnehmenden Familien – eine Blühfläche von 6055 Quadratmeter. Die schönsten Blühflächen wurden am Montag im Rahmen der Veranstaltung zum Nachhaltigkeitstag von einer Jury mit Minister Peter Hauk und weiteren Gästen ausgewählt. Als Preis erhalten die sechs Gewinner-Familien einen Geschenkkorb inklusive hausgemachtem Schwörer-Honig. Die Schwörer-Bienen leisteten zwar wieder tolle Arbeit, wobei die Ausbeute im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des nasskalten Sommers deutlich zurückging, wie Azubi-Imker Robin Schneider zu berichten wusste.

Den etwas anderen Sommer Begrüßten hingegen die anwesenden Forstvertreter, die einen Rückgang der Borkenkäferpopulation verbuchen konnten. Schließlich ist der Erhalt unserer Wälder ist ein wichtiger Schlüssel um den Klimawandel einzudämmen. Bei den sommerlichen Temperaturen und der Trockenheit in den vergangenen Jahren konnten sich die Borkenkäfer explosionsartig vermehren, was zum Absterben gesunder Wälder führte. Die Geschwister Nick und Joline Bross stellten in Ihrem Vortrag Ihre Forschung zu der Frage, wie der Massenbefall künftig mit natürlichen Gegenspielern reguliert und damit das Absterben gesunder Wälder vermieden werden kann, vor. Unterstützt wird die „Jugend forscht“-Gruppe von den Schwörer-Azubis. Die Ergebnisse der ersten Versuche klingen sehr vielsprechend und machen Lust auf mehr.