Hoher Besuch im Gesundheitszentrum Hohenstein

Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Sozialminister Manne Lucha, Landrat Thomas Reumann und viele mehr informierten sich vor Ort über das zukunftsweisende Projekt.

Im September vergangenen Jahres wurde das Gesundheitszentrum (GHZ) nach einer Rekordbauzeit eröffnet. Bauherr und Eigentümer ist die Hans Schwörer Stiftung. Politik und Fachleute schauen seitdem mit großem Interesse auf dieses innovative Gesundheitsprojekt. Denn viele Gemeinden im ländlichen Raum kämpfen mit Ärztemangel, Praxissterben, etc.

Mit dem GHZ wird das Ziel verfolgt, die Patienten ganzheitlich, also fachgebietsübergreifend in den Blick zu nehmen. Die Behandlung soll zwischen Ärzten, Therapeuten und Sozialarbeitern abgestimmt sein. Eine Lotsin steht Älteren und ihren Angehörigen mit tatkräftiger Hilfe zur Seite. Zudem soll es vielfältige Angebote im GHZ für die gesamte Bevölkerung geben – im Mittelpunkt stehen hier Vorträge und Schulungen der Gemeinde Hohenstein mit Focus auf die Prävention und Gesundheitsaufklärung. Das GHZ soll ein lebendiger Mittelpunkt der gesamten Gemeinde Hohenstein sein.

Die Hans Schwörer Stiftung, die Robert Koch Stiftung und  der Landkreis Reutlingen haben sich bis Ende 2022 zu einer Anschubfinanzierung verpflichtet. Bisher sind im PORT-Gesundheitszentrum ein Kinderarzt, eine Hebamme, eine Physiotherapiepraxis, das Kreiskrankenhaus Reutlingen mit Hausarztpraxis, der Pflegestützpunkt und die Gemeinde Hohenstein mit großem Engagement aktiv – den Part der wissenschaftlichen Begleitung übernimmt die Universitätsklinik Tübingen.

 

Hoher Besuch im Gesundheitszentrum

Am Montag 06.07.2020 hatte das Pilotprojekt hohen Besuch: Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Begleitung des Sozialministers Manne Lucha und vielen weiteren Persönlichkeiten wie Landrat Thomas Reumann, Bürgermeister Jochen Zeller, Vertreter der Robert Bosch Stiftung und viele weitere verschafften sich einen Einblick vor Ort und suchten das persönliche Gespräch mit den Akteuren. Dieser Besuch unterstreicht die Bedeutung des Pilotprojekts und lässt auf eine längerfristige Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg hoffen. Das unterstreicht auch Kretschmanns Aussage: „Baden-Württemberg muss sich in puncto Gesundheitsstandorte zukunftsfest machen, die Coronakrise hat wie in einem Brennglas gezeigt, wie wichtig die Sektoren übergreifende Zusammenarbeit ist. Das gilt auch für den regulären medizinischen Betrieb. Und der wird mit einem Pioniervorhaben wie in Hohenstein nicht nur erprobt, sondern auch empirisch evaluiert.“ Minister Lucha freut sich über die positive Ausrichtung seines Besuchs, denn normalerweise ist er in ländlichen Regionen mit Krankenhausschließungen und sterbenden Arztpraxen konfrontiert.

 

Das Gesundheitszentrum Hohenstein

Der helle, moderne, einstöckige Bau des Fertighausspezialisten SchwörerHaus ist lichtdurchflutet und empfängt die Besucher mit einer freundlichen, fast wohnlichen Atmosphäre. Hier steht nicht die Krankheit im Vordergrund, sondern das Wohlbefinden der Besucher. Neben den Praxen nutzt die Gemeinde Hohenstein das große Foyer für viele Veranstaltungen. Aber nicht nur die Patienten gewinnen durch die einladende Bauweise und die Nähe von Ärzten und Therapeuten, auch die Praxen profitieren von dem engen Kontakt und der besseren Vernetzung: "Wir können uns gegenseitig unterstützen und absprechen, wenn es Unklarheiten gibt. Man kann schnell zum Arzt oder der Arzt zu uns“, so der Physiotherapeut Aleksandar Matković. Sozialminister Lucha sieht in solchen Zentren die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Baden-Württemberg.

Besondere Beachtung fand die Planung mit Voraussicht, gerade Johannes Schwörer war es wichtig, dass das GHZ erweiterbar ist und sich weitere Praxen ansiedeln können, dafür ist die Modulbauweise prädestiniert.
An diesem Tag konnten die Politiker erleben, wie die Gesundheitsversorgung der Zukunft auf dem Land aussehen könnte. Bundesweit gibt es bisher vier patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung (PORT). Wobei das in Hohenstein das mit Abstand größte ist. Die Akteure vor Ort demonstrieren ihre Arbeitsweise plastisch anhand einer konkreten Patientenfamilie, die mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen ins GHZ kommt.

Für den Ministerpräsidenten ist die sektorenübergreifende Versorgung das Modell der Zukunft. „Wir müssen im Gesundheitswesen aus dem Silodenken herauskommen und brauchen eine stärkere Vernetzung der Akteure“, sagt Kretschmann nach der Tour durch die Sprechzimmer. Das Gesundheitszentrum im „beschaulichen Bernloch“ sei ein Hotspot, um zu sehen, was sich in Zukunft im Gesundheitswesen tun werde. Und Lucha ergänzt: Hier will jeder gerne arbeiten, auch junge Ärzte.

 

Bildnachweis: Maria Bloching