Firmennachrichten
04.02.2011
Jugendmigrationsdienst der BruderhausDiakonie zu Besuch
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Mädchen, die einen typischen Männerberuf ergreifen, sind immer noch die Ausnahme. Und auch sie haben oft erst nach etlichen Umwegen ihre Berufswahl getroffen. Den Ausschlag gaben meistens prägende Erfahrungen, die sie bei Betriebspraktika sammeln konnten.
Die Berufswahl stellt wichtige Weichen für das spätere Leben und sollte von eigenen Talenten, Vorlieben und Neigungen bestimmt werden. Nach wie vor zeigt sich aber, dass viele Schülerinnen durch ihre Festlegung auf typisch weibliche Berufe ihre Berufsmöglichkeiten nicht optimal ausschöpfen. Dadurch gehen auch Betrieben interessante Bewerberinnen für technische und techniknahe Ausbildungsberufe verloren. Deshalb nimmt SchwörerHaus in Oberstetten seit einigen Jahren an dem bundesweiten Mädchenzukunftstag „Girl´s Day“ teil. Das Berufsfeld Holz stößt dabei immer auf besonderes Interesse. Auch die fünf Mädchen, die jetzt mit dem Jugendmigrationsdienst der BruderhausDiakonie unsere Firma besuchten, waren beeindruckt von den Ausführungen der Schreinergesellin Viola Gäbele, von ihren verschiedenen und abwechslungsreichen Arbeitsfeldern und schließlich auch von den Ergebnissen, die sie mit eigenen Händen geschaffen hat.
Vor zwei bzw. drei Jahren kamen die Mädchen im Alter von 15 und 16 Jahren aus Indien, Rumänien, Italien und der Türkei nach Deutschland, derzeit besuchen sie die zweijährige Berufsvorbereitungsschule in Reutlingen und holen ihren Hauptschulabschluss nach. Einige wollen anschließend die Mittlere Reife absolvieren, andere hingegen eine Berufsausbildung beginnen. „Ich möchte ins Büro“, sagte ein Mädchen, ein anderes gab „Krankenschwester“ als Berufsziel an. Tatjana Naumann, ihre Betreuerin erklärt: “Oft haben die Mädchen aufgrund ihrer sprachlichen und kulturellen Barrieren keine Möglichkeit, Informationen über neue, ihnen unbekannte Berufe und Berufsbilder einzuholen“.
Das Projekt des Jugendmigrationsdienstes will hier entgegenwirken: „Traditionelle Einstellungen können nur durch den Kontakt zu Frauen, die einen untypischen Frauenberuf ausüben, abgebaut werden“, ist Naumann überzeugt. Der Besuch bei SchwörerHaus bot die Möglichkeit, Fragen zu stellen und erfolgreiche Frauen im Berufsleben kennen zu lernen. Die Mädchen nahmen Impulse auf und erfuhren, dass es sich immer lohnt, im Rahmen von Praktika in verschiedene Berufsfelder Einblicke zu erhalten.
„SchwörerHaus nimmt gerne Mädchen in typischen Männerberufen auf“, machte Jessica Sauter, Auszubildende bei SchwöerHaus, deutlich. Sie führte die Jugendlichen durch das Werk, zeigte Möglichkeiten für die Berufswahl auf und betonte auch, dass die Herkunft der Migrantinnen durchaus auch Vorteile in Form der Mehrsprachigkeit bringen könnte. Unter den 81 Schwörer-Auszubildenden sind 26 Mädchen. Sie lernen Bauzeichnerin, Fachinformatikerin, Industriekauffrau, Schreinerin oder absolvieren ein BA-Studium, unter anderem auch im Bereich BWL Holzhandel.






